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Grundsätzliches

zur Farbvererbung

Das Eumelanin ist ein Pigment, das zusammen mit einer zweiten Pigmentart, dem Phäomelanin, die Haarfarbe bestimmt. Die Pigmente werden auch Melanine genannt. Eumelanin dominiert in braunem und schwarzem Haar, während der zweite Melanintyp, das Phäomelanin, als Rot-Pigment für hellblonde, blonde und rote Haare verantwortlich ist.


Farben der Pferde und Ihre Vererbung

Genotyp

Phänotyp

Details

Allel

Deutsch

Englisch

Beschreibung

Foto


die Grundfarben

EXTENSION (Ausdehnung von Schwarz)

EE, Ee

Rappe

Black


Ee und EE sind im Phänotyp nicht zu unterscheiden.

Vererbung: dominant

 

ee

Fuchs

Sorrel, Chestnut


Sobald e homozygot vorkommt, fehlt Schwarz vollkommen

Vererbung: rezessiv


Modifizierende Gene

AGOUTI

AA, Aa

Braun

Bay

 


Zeigt nur auf Pferden mit schwarzer Grundfarbe eine Wirkung. Das heißt AA und Aa kombiniert mit Ee oder EE sind Braune und im Phänotyp nicht zu unterscheiden.

Vererbung: dominant

 

A+

helles

Wildbraun

Wild Bay

 


Sehr wenig erforscht. Wird vermutet, dass es existiert.

Vererbung: dominant

 

 

At

dunkles

Braun

Dark Bay

 


Sehr wenig erforscht. Wird vermutet, dass es existiert.

Vererbung: dominant

 

 

aa

nicht Braun


aa zeigt keinen Effekt auf schwarzer Grundfarbe Ee oder EE >> Das Pferd bleibt Rappe.

 

GREY

GG, Gg

Schimmel

Grey


Zeigt einen Effekt auf Pferden mit schwarzer oder roter Grundfarbe. Kommt dunkel zur Welt und hellt mit den Jahren weiter auf. GG und Gg sind im Phänotyp nicht zu unterscheiden. Ein ausschimmelndes Pferd muss zumindest einmal das Grey-Gen in der dominanten Form besitzen...

Vererbung: dominant

 

gg

kein Schimmel


gg zeigt keinen Effekt.

 


Aufhellende Gene

DUN

Dd, DD

Rappfalbe
Braunfalbe
Fuchsfalbe

Grullo
Dun
Red Dun


Aufhellung aller Farben --> Falben, immer mit Aalstrich und oft auch Wildabzeichen / Wildfarbe

Vererbung: dominant

dd

 

 


Normal gefärbtes Haar - keine Aufhellung.

 

CREAM

CC

 

 


Normal gefärbtes Haar - keine Aufhellung.

CCr

Isabelle,
Ertfarbe,
Erdbraun

Palomino,
Buckskin,
Smoky


nur die rote Farbe wird aufgehellt
Fuchs --> Isabelle/Palomino
Brauner --> Falbe/Buckskin
Rappe --> Smoky Black [rauchgrau mit rötlichem Anflug --> es wird vermutet, dass bei den mischerbigen Rappen Eeaa das Rot aufgehellt wird]

Vererbung: indermediär

CrCr

Weißisabelle

Cremello,
Perlino,
Silver Smoky (auch Smoky Cream)


alle Farben werden stark aufgehellt; auch Haut und Augen sind nicht pigmentiert
Fuchs --> Cremello
Brauner --> Perlino [Perlmutt mit grauem Anflug im Langhaar]
Rappe --> Silver Smoky / Maus-Falbe

CHAMPAGNE

ChCh, Chch

 

 


Aufhellung von Schwarz zu Braun und von Rot zu Gelb mit Metallglanz und hellen Augenfarben

Vererbung: dominant

Bilder und Infos zu dieser seltenen Farbe: International Champagne Horse Registry

chch

 

 


Normal gefärbtes Haar - keine Aufhellung.

 

FLAXEN

FF, Ff

 

 


Normal gefärbtes Langhaar. Normal gefärbter Fuchs. FF und Ff sind im Phänotyp nicht zu unterscheiden.

 

ff

 

 


Langhaar wird beim Fuchs aufgehellt. Zeigt nur auf Füchsen einen Effekt. Die Aufhellung kann von gelblich bis fast weiß variieren. Vermutet wird eine rezessive Vererbung - ist allerdings bisher wenig erforscht.

Vererbung: rezessiv

Rassen: z. B. Haflinger

 

SILVER

ZZ, Zz

Silber-aufhellung

Silver Dapple


Aufhellung beim Rappen: Langhaar zu Silber und Deckhaar zu dunkelbraunen Tönen (schokoladefarben); Aufhellung beim Braunen: Langhaar zu Silber und Deckhaar zu rötlichen Tönen; Dunkle Körperflecken bei Füchsen werden auch aufgehellt;

Vererbung: dominant

Rassen: Shetland Pony, Isländer, Welsh Pony, Arabisches Vollblut, Noriker, Morgan, Peruano Paso, Quater Horse

 

zz

 

 


keine Aufhellung

 

Achtung:

 

 

 

 

 

Die Unterscheidung der einzelnen Farb-Genotypen nach optischen Kriterien ist oft sehr schwierig, da zum einen Übergänge fließend sind und zum anderen durch das Vorhandensein mehrerer modifizierender Gene die Grenzen verwischt werden. Beispielsweise kann ein Brauner mit Silver (aufhellung des schwarzen Langhaares) und ein Fuchs mit Flaxen (Aufhellung des roten Langhaares) unter Umständen schwer zu unterscheiden...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weisse Abzeichen

TOBIANO

ToTo, Toto

Platten-schecke

Tobiano


An beiden Körperseiten ungleich verlaufende Weißscheckung (auch über dem Rücken verlaufend möglich); die Ausdehnung der weißen Partien kann minimal (fast einfärbiges Pferd) und maximal sein (fast weißes Pferd); unter dem weißen Deckhaar ist auch die Haut nicht pigmentiert; Hufe und Beine haben ausgeprägte weiße Abeichen; Typisch ist, dass Tobianos immer einen färbigen Kopf haben; klar abgegrenzter Verlauf zwischen Weiß und der Grundfarbe;

Vererbung: dominant

toto

keine Scheckung


keine weiße Scheckenzeichnung

 

FRAME OVERO (OVERO)

OvOv

tödlicher Weißfaktor

Overo Lethal White Syndrom (OLWS)


Der Frameovero ist in der homozygoten Form nicht lebensfähig. In den ersten 24 Stunden nach der Geburt der fast vollkommen oder vollkommen weißen Fohlen zeigen sich erste Kolikanzeichen. Grund ist ein genetischer Defekt der sich in einem Darmverschluss äußert (Ursache ist vermutlich die Nähe der Farbzellen und Darmzellen in der pränatalen Neuralleiste). Nach spätestens zwei Tagen sind diese Fohlen tot.

 

Ovov

 

Frameovero, Overo


Der Frameovero zeigt in der heterozygoten Form meist eine horizontal verlaufende, nicht über die Rückenlinie verlaufende Weißscheckung; meist dunkle Beine und Hufe; häufig Glasaugen oder blaue Augen; manche haben aber nur eine ausgeprägte Weißzeichnung am Kopf; verwaschener Verlauf zwischen Weiß und der Grundfarbe;

Vererbung: intermediär

Rassen: Pinto, Paint, vereinzelt auch bei "einfarbig" eingetragenen Quater Horses, Isländer, Paso Fino, Pony of the Amaericas, Shetland Pony

 

ovov

keine Scheckung


Keine Scheckenzeichnung.

 

SABINO (OVERO)


Die interessanteste Rolle in der gesamten Farbvererbung spielt vermutlich da Sabino-Gen. Während es lange Zeit nicht als eigenes Gen gesehen wurde, gilt es nun allgemein als Teil der Overo-Gruppe. Vermutungen gehen mittlerweile aber auch in jene Richtung, dass Sabino eine Art "White-Booster" ist und durch seine Präsenz erst die verschiedensten Weiszeichnungen möglich macht. Also erst in Kombination mit anderern Genen (Leopard, Roan, Rabicano etc.) seine Wirkung voll entfalten kann. Am Beispiel Sabino sieht man auch recht gut den Stand der Wissenschaft im Bereich der Farbvererbung beim Pferd.


SbSb?
Sbsb

 

Sabino


Der Sabino kann in seiner minimalen Ausprägung eine breite Blesse und weiße Beine haben (ähnlich dem Splashed White - mit dem Unterschied, dass Sabinos ausgefranste Übergänge vom Weiß zur Farbe haben).

In seiner maximalen Form sind die Tiere reinweiß. Dazwischen sind alle Abstufungen möglich wobei oft eine ausgeprägte Weißscheckung mit auslaufendem Stichelhaar im Bauchraum auftritt. Typisch ist auch, daß an der Beinaußenseite die Weißzeichnung ausläuft bis zum Hüfthöcker bzw. bis zur Schulter; verwaschener Verlauf zwischen Weiß und der Grundfarbe;

Vererbung: sehr wenig erforscht

Rassen: SEHR WEIT VERBREITET - u.a. Welsh Pony, Niederländisches Warmblut, Arabisches Vollblut, Quater Horse, Englisches Vollblut, Tennessee Walking Horse, American Saddlebred, Belgisches Kaltblut, Connemara, Hackney, Morgan Horse, Paso Fino, Paint, Pinto, viele Warmblutrassen etc.

 


Der Erbgang ist nicht geklärt.

sbsb

 

 


Keine Scheckenzeichnung.

 

SPLASHED WHITE (OVERO)

SplSpl

Nordischer Platten-schecke, Klemola-bunt, weißkopf-bunt

Splashed White


Ausgeprägte Weißzeichnung am Kopf (Laterne); zwei blaue Augen; Klar abgegrenzte, an der Bauchseite verlaufende Weißzeichnung möglich; klar abgegrenzter Verlauf zwischen Weiß und der Grundfarbe; Splashed White sehen im Regelfall aus, als hätte man sie in einen Bottich mit weißer Farbe gestellt und dabei auch den Kopf untergetaucht;

Vererbung: wenig erforscht

Rassen: Finnische Kaltblut, Welsh Pony, Isländer, Paso Fino, American Saddlebred, Paint, Pinto...

 

Splspl

 

 

Der Unterschied zwischen homozygoten Splashed Wihte (SplSpl) und heterozygoten (Splspl) wird in der Ausdehnung von Weiß sichtbar. So kann ein Einfärbiges Pferd mit weißer Blesse durchaus ein heterozygoter Splashed White sein! Wobei natürlich nicht jedes Pferd mit Blesse eins Spl-Träger ist...

 

splspl

 

 


Keine Scheckenzeichnung.

 

TOVERO

Mischform von Tobiano und einem Gen aus der Overo-Gruppe; beispielsweise: TotoSplspl (Splashed White Tovero), TotoSbsb (Sabino Tovero) etc.


Die Scheckgene können gemeinsam bei einem Pferd vorkommen; die Merkmale werden in diesem Fall ebenfalls überlagert; So kann ein Pferd sowohl das Tobiano-Gen als auch ein Gen aus dem Overo-Komplex tragen (Splashed White, Frame Overo oder Sabino); darüber hinaus kann theoretisch auch noch das Tigerscheck-Gen zusätzlich seine Wirkung zeigen; oft sind diese Mischformen aufgrund der Überlagerung dieser Merkmale schwer zu "enttarnen";

LEOPARD / TIGERSCHECKE

lplp

 

 


Keine Scheckenzeichnung.

 

Lplp

Tigerschecke

Leopard Horse


Die heterozygote Form des Tigerschecken bringt über den ganzen Körper verteilte rundliche bis längliche Flecken / Spots. Sehr oft auch direkt in Kombination mit weißen Stichelhaaren. Dabei ist es so, dass quasi eine weiße löchrige Decke über dem Pferd liegt und die Grundfarbe (Rappe, Fuchs etc.) in den Löchern sichtbar wird. Das Tigerscheckgen selbst macht allerdings diese weiße Decke NICHT - es aktivert erst verschiedene Gene die ihrerseits die Ausdehnung von Weiß verursachen. Typisch ist eine gefleckte Haut auch unter den unpigmentierten Haarzonen; weitere Merkmale: Krötenmaul, gestreifte Hufe;

Vererbung: intermediär

 

LPLP

 

 


Die homozygote Form verhindert die typische Tigerzeichnung. Diese sogenannten Few Spots (Wenige Punkte) oder Weißgeborene können aber an den unpigmentierten Haarzonen eine gefleckte Haut haben. Sie haben oft an dunklen Beinen weiße Hufe. Selbst weißgeborene Tigerschecken haben pigmentierte Haut. Wenn die Weißmachergene fehlen, kann es sein, dass ein homozygoter Tiger (LPLP) einfärbig ist ohne jedes Abzeichen!

Rassen: Knabstrupper, Noriker, Appaloosa, Shetland Pony, Pony of the Americas etc.

 

CLASSIC ROAN (DAUERSCHIMMEL)

RnRn?, Rnrn

Dauerschimmel, Mohrenkopf etc.

Roan

Der Roan (im Deutschen irreführend als Dauerschimmel, Blauschimmel, Mohrenkopfschimmel etc. bezeichnet) hat nichts mit dem Schimmel-Gen gemeinsam. Roan kannauf jeder beliebigen Grundfarbe vorkommen; die Pferde haben weiße Stichelhaare unter die braunen, schwarzen, roten etc. Haaren gemischt - im Englischen wird auch folgerichtig zwischen Red Roan, Bay Roan etc. unterschieden; durch die Stichelhaare wirken die Pferde heller und erscheinen auf den ersten Blick wie Schimmel, die noch nicht fertig ausgeschimmelt haben; Roan kommen allerdings als Roan zur Welt - lediglich mit dem Fellwechsel können sie sehr stark auch die Farbe wechseln, da die Unterwolle im Winterfell in unterschiedlicher Intensität mit weißen Haaren durchsetzt sein kann; im Extremfall ist ein Roan im Sommer ohne jedes weißes Haar und im Winter nahezu weiß; WICHTIG: Roan haben IMMER einen dunklen Kopf und dunkle Beine!

Die homozygote Form (RnRn) wurde bis heute nicht nachgewiesen; man geht davon aus, dass RnRn-Pferde nicht lebensfähig sind und bereits im Mutterleib resorbiert werden;

rnrn


keine Stichelhaare

RABICANO

RbRb, Rbrb


Manche Rabicanos sehen auf den ersten Blick aus, wie schwach ausgeprägte Roans. Typisch und unverwechselbar für den Rabicano ist sein "Coon Tail" oder "Skunk Tail", das sind weiße Querstreifen am Schweifansatz;

rbrb


keine Stichelhaare


weitere Gene

MEALY / PANGARE

PaPa, Papa

Kupfermaul, Mehlmaul

Mealy


Aufhellung aller Grundfarben: hellrote bis gelbe Farbe an Flanken, Bauch, Innenseite der Beine, um die Nüstern, am Maul und über den Augen; Rappen mit Pangare werden oft als "Schwarz-Braune" bezeichnet; Eventuell ist Pangare auch für die Entstehung des Hellfuchs verantwortlich...

Vererbung: dominant

papa

 

 


keine Aufhellung

 

 

 

 

 

 

SOOTY

StySty, Stysty

 

 


Bei Füchsen und Braunen etc. können rein schwarze Deckhaare eingemischt sein;
dies kann von einem Schatten der auf einer Körperpartie liegt, bis zu dunklen Flecken reichen, oder aber die schwarzen Deckhaare überziehen den gesamten Pferdekörper. Bei letzterer Variante kann es sein, dass die schwarzen Haare so dicht sind, dass die Grundfarbe nicht mehr klar erkennbar ist.

sty

 

 


keine dunklen Haare untergemischt

 

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